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Schwitzen, Jucken, kalte Duschen

24. November 2015 by Andre

Nachdem das Treppenhaus soweit durch war, haben wir angefangen, im ganzen Haus die Dämmwolle in die Wände einzubringen. Im Grunde genommen ist das eine eher eintönige  nur auf Dauer wirklich anstrengende Arbeit. Wer erinnert sich noch daran, die Wolle „mit den Mädels bei einem Gläschen Sekt“ zu verarbeiten? In unserem Fall hätte das nach netto ca. 12-15 Arbeitstagen wohl erstmal in den kalten Entzug geführt, naja.

Die Verarbeitung der Dämmwolle ist denkbar simpel:

Zuerst haben wir die Bahnen in passende Stücke geschnitten (bei uns hat es sich bewährt, immer 1,5cm auf die Breite des jeweiligen Fachs in der Wand aufzuschlagen. Die Empfehlungen reichten hier von 1 cm bis „mindestens 2cm, sonst fällt Euch alles wieder raus“). Zum Schneiden hat sich am besten eine ganz ordinäre Handsäge mit breitem Blatt und etwa 45cm Klingenlänge aus dem Baumarkt geeignet. Ersatzweise taten es auch diverse Brotmesser, die waren dann allerdings nach ein paar Tagen stumpf.

Danach haben wir die Wolle an einer Seite im Fach angesetzt und dann an der anderen Seite zusammengedrückt und zwischen die Balken gequetscht. Bei einer normalen Innenwand sieht das dann am Ende so aus:

Die Decke im EG haben wir von einem kleinen fahrbaren Gerüst aus gedämmt. Standardmäßig wird hier nur 40mm Dämmwolle eingebracht, lediglich die äußeren 50cm zur Außenwand hin werden zusätzlich noch mit 240er Wolle gedämmt. Wir haben allerdings vor, nach Abschluss aller Dämmarbeiten hier sämtliche Reste reinzustopfen, wie es uns unser Bauleiter empfohlen hatte. Hier trotzdem erstmal ein Bild von der „normalen“ Ausführung:

Einige Stellen haben wir noch gar nicht gedämmt, wie man auf dem Foto sehen kann. Das sind die Orte, wo gerade irgendwas Sperriges drunterlag, das wir für das Gerüst nicht mal eben zur Seite räumen konnten. Je mehr sich das Ausbaumaterial vom Fußboden lichtet, desto mehr Stellen werden dann auch fertig gedämmt. Übrigens war das auch kein Problem für unseren Bauleiter, er hat die Dämmung trotzdem so abgenommen und einfach auf dem Protokoll vermerkt, dass die fehlenden Stücke noch ergänzt werden sollen.

Bei den Dachschrägen geht die Arbeit irgendwann auf die Bauchmuskeln, weil man auf der Leiter stehend und über Kopf das Zeug erst seitwärts in die Fächer quetschen und danach noch ein Stückchen nach unten gegen das nächste Stück drücken muss… Für den Ersatz Waschbär gegen Waschbrett hats trotzdem nicht gereicht…;-)

Die Ecken zwischen Dachschräge und Kniestock hat unser Bauhelfer Karl netterweise zwischendurch mit Resten vollgestopft:

Das letzte Stück in der Dachschräge hab ich dann jeweils vom Dachboden aus nach unten an seinen Platz gedrückt. Die Decke im OG haben wir ebenfalls von oben aus gedämmt. Wir hatten uns eine übrig gebliebene Spanplatte vom Hausaufbau in den Spitzboden hoch gewuchtet, damit hatte ich schonmal eine ganz stabile Arbeitsplattform. Zum Verrücken der Platte bin ich dann ähnlich grazil wie ein Nashorn über die Dachbalken geturnt, bis ich das Ding an seinem jeweils neuen Platz hatte. Die Dämmwolle haben Opa und Karl im OG zurecht geschnitten und mir dann passend nach oben geworfen. Ein netter Nebeneffekt: Man kann alle Verwandten mit panischer Höhenangst mit solchen Fotos schocken:

Den Übergang Dachschräge – Decke OG haben wir mit Keilen geämmt wie in der Anleitung beschrieben. Die Keile ließen sich super aus Reststücken schneiden, die wir einfach der Länge nach diagonal gurchgesägt haben. Oben drauf kamen dann zum Stopfen jeweils noch ein paar Reste. Fixiert haben wir das Ganze mit den Dachlatten, die wir mit dem Haus geliefert bekommen hatten:

Zu guter letzt war ich ja noch ein Foto vom Haus von außen schuldig geblieben… Hier ist es:

Für die ganze Aktion hat sich die Verkleidung als „Lukes Vater“ (minus Ohrschützer) mal wieder bewährt; wenn man bei tief stehender Sonne den ganzen Steinwolle-Staub in der Luft rumwirbeln sieht weiß man, das kann ohne Maske nicht gesund sein und lange Ärmel und Handschuhe helfen gegen abendliche Juckattacken und Pusteln bis zu den Ellbogen. Der Gesichtsschild hilft ungemein, wenn man über Kopf arbeitet – Steinwolle schmeckt echt miserabel.

Und noch ein Tipp für Nachahmer: Auch wenn „ER“ dabei ganz (wirklich ganz…) klein wird, man sollte seine abendliche Dusche eiskalt beginnen und sich so Haare, Gesicht und Arme gründlich abwaschen. Fängt man sofort mit einer warmen Dusche an, juckts die ganze Nacht!


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