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Umbau auf elektrische Rolladen bei unserem Massa-Haus, Teil 1

15. Januar 2016 by Andre

Heute mal keine amateurpoetische Überschrift, sondern schnöde Tatsachen 😉 – Vielleicht finden dann auch andere Häuslebauer diesen Artikel einfacher. Wer ohne den Schmalz jedoch nicht leben kann, für den hab ich hier die Auswahl an Titeln, die in Frage gekommen wären: „Aufgerollt“, „Elektrisch gespart“ oder alternativ „Massa-ig Geld sparen bei den Rolladen“. Man sieht also, an Phantasie hats nicht gefehlt!

Jetzt aber zum eigentlichen Thema: Massa verlangt für elektrische Rolladen den „kleinen“ Aufpreis von 300€ pro Fenster gegenüber der Kurbelvariante. Wenn man allerdings ein bißchen im Internet sucht, findet man schnell heraus, dass viele Massa-Bauherren die Rolladen selbst auf elektrischen Antrieb umrüsten. Warum? Ganz einfach, die Motoren dafür kosten im Baumarkt nur 50€, selbst Markenmotoren von Somfy (die Massa laut ihrem Kundendienst einbaut) kosten bei Amazon nur etwa 100-120€.

Der Haken? Naja… Massa baut nur eine ziemlich kleine Wartungsklappe in ihre Rolladenkästen ein. Genaugenommen kann man gerade mal die Hände durchstecken und das wars. Auf die Art ist der Umbau zwar machbar, aber mit endloser Fummelei verbunden.

Also ein bißchen weiter gestöbert in der Massa-Community und schon gabs eine neue Idee: Warum nicht einfach die große Fermacell-Blende vorne vom Kasten abnehmen? Danach hat man genug Platz zum Arbeiten und hinterher wird sie einfach wieder drauf geschraubt und mit Acryl abgedichtet. Gesagt, getan; und natürlich hab ich einen Haufen Fotos davon gemacht. Der Zeitaufwand? Für den ersten Kasten inklusive Tüfteln, Baumarktbesuch, Ausprobieren, Fotos und einem Videoclip: ein Nachmittag. Für die restlichen Rolläden hab ich es jeweils in weniger als einer halben Stunde geschafft, ohne mich zu hetzen. Der Zeitaufwand für einen Blogartikel, wenn man gerade mitten im Hausbau steckt? Naja, die ersten Fotos sind von Oktober. 🙂

Achso, noch ein Hinweis zu den Fotos: Manche sind beim ersten Versuch nichts geworden, einige Sachen habe ich auch schlicht vergessen zu fotografieren. Ich hab das dann später an anderen Fenstern nachgeholt, wenn sich die Gelegenheit ergeben hat. Also bitte nicht wundern, dass unterschiedliche Fenster zu sehen sind.

Angefangen hab ich mit der kleinen Wartungsklappe: Schrauben lösen, ein bißchem mit nem Spachtel hebeln, Holzbrettchen abnehmen.

Weiter gings mit der Fermacell-Blende: Spachtel in dem Spalt an der Oberkante ansetzen, ein paar freundliche Hinweise mit dem Meinungsverstärker und schon war der Spachtel durch den Kleber durch. Danach hab ich dann vorsichtig mit dem Spachtel erstmal die obere Kante vom Holz gehebelt. Leider merke ich gerade, dass ich bei gefühlten 300 Fotos nicht ein einziges von dem Arbeitsschritt gemacht hab. Argh…

Jetzt konnte ich schonmal meine Finger in den Spalt stecken (Vorsicht vor den Nägeln…) und mit den Händen hab ich dann an der Blende gezogen und gewackelt, bis sie sich auf einer Seite von der Wand gelöst hat. Danach hat man einen riesigen Hebel für die andere Seite. An einigen Fenstern waren die Monteure im Werk etwas großzügiger mit dem Kleber, da hab ich auch an den Seiten nochmal den Spachtel angesetzt. Aber Vorsicht: Mir sind dabei zwei Ecken von einer Fermacell-Blende abgebrochen, die muss man dann hinterher sauber abschneiden und Ersatz einpassen und festkleben. Kein Beinbruch, aber ärgerlich.

Wenn man die Fermacell-Blende abgenommen hat, kann man das Styropor aus dem Kasten einfach herausnehmen  und hat dann schon den Rolladen direkt vor sich. So, jetzt zum letzten Mal kurbeln… Mir rollte jedes Mal ein einsames Tränchen die Wange runter. 😉 Danach kann man die Welle und die Befestigungen sehen.

Auf der einen Seite hat die Welle den Kurbelmechanismus, auf der anderen Seite ein einfaches Lager und ein Plastikteil, mit dem man die Länge der Welle justieren kann:

Also erstmal alle Schrauben lösen, danach das schwarze Plastikteil in die Welle reinschieben und die Welle rausnehmen:

Zuletzt hab ich dann immer den Kurbelmechanismus ausgebaut.

Wenn man die drei kleinen Schräubchen an der Durchführung löst, kann man die Kurbel einfach rausziehen…

…und danach den eigentlich Mechanismus im Kasten abschrauben.

Und schon ist alles auseinander!

Im nächsten Teil dieses Beitrags beschreibe ich dann den Umbau, in Teil 3 gehts um die Erkerfenster und ein paar kleine Modifikationen am Rolladenkasten selbst, die einem den Zusammenbau (und das spätere Öffnen, sollte es mal nötig werden, erleichtern.

 


5 Comments »

  1. Alexander sagt:

    Super Anleitung!
    Danke!
    Viele Grüße
    Alex

  2. Marco sagt:

    Hi,

    Danke fuer die tolle Anleitung. Welche Motoren hast Du genommen?
    funktionieren sie noch? benutzt du eine fernbedienung zur bedienung der mototren oder einfach nur Wandschalter?

    • Andre sagt:

      Hallo Marco,
      ich habe zuerst Motoren vom Baumarkt benutzt, die waren allerdings zu groß für die schmalen Fenster in unserem Erker. Dadurch bin ich auf diese hier bei Amazon gestoßen:
      https://smile.amazon.de/gp/product/B00DS7PCKK/ref=oh_aui_search_detailpage?ie=UTF8&psc=1
      Wir sind mit diesen Motoren sehr zufrieden, sie funktionieren immernoch einwandfrei und sind sogar ein bißchen leiser als die Baumarktmodelle.
      Die Motoren werden über unsere Hausautomation gesteuert, also geht von jedem Rolladen ein 5-adriges Kabel (4 Adern werden benötigt) in den Schaltschrank im Keller zu den KNX-Jalousieaktoren. Die ganzen KNX-Aktoren sind alle von MDT, auch da sind wir sehr zufrieden. Schau mal hier rein:
      https://www.youtube.com/watch?v=p-ABWjVBT2Q
      Da erkläre ich ein bißchen was zu unserem Bussystem und in einem Kommentar unter dem Video hab ich auch unsere Aktoren aufgelistet, weil jemand danach gefragt hatte.

  3. Timm Blotko sagt:

    Hallo, danke für die Anleitung. Frage welche Zugkraft benötige ich bei großen Fenstern zur Terrasse welche ca. 2m x 2m groß sind?
    Und kann ich da auch die gleichen Motoren wie von dir vorgeschlagen wurde verwenden?

    Danke dir

    • Andre sagt:

      Hallo Timm,

      sorry für die späte Antwort, hier ist gerade viel zu tun. Die Zugkraft hängt davon ab, aus welchem Material (Holz, Kunststoff, Alu?) Dein Rolladenpanzer ist und dementsprechend, welches Gewicht er hat. Wenn ich mich richtig erinnere, hatten aber alle Rolladenmotoren entsprechende m²-Angaben auf der Packung, nach denen man sich richten kann. Ne Nummer größer schadet aber im Zweifel vermutlich auch nicht 😉
      In den großen Fenstern (etwa gleiche Größe wie Deine) in unserem Erker haben wir die Motoren aus dem Baumarkt verwendet, die funktionieren bis jetzt einwandfrei. Die Motoren aus dem Internet waren extra kurze für die Verwendung in den schmalen Seitenfenstern. Da wären die „normalen“ Motoren zu lang gewesen (hätten nicht in die Welle gepasst)

      EDIT:

      Das hier sind die Motoren, die wir im Internet bestellt haben:
      https://smile.amazon.de/gp/product/B00DS7PCKK/ref=oh_aui_search_detailpage?ie=UTF8&psc=1
      Da steht bei jeder Variante unten in der Beschreibung, für wieviel m² Kunststoff-, Holz-, oder Alupanzer das Ding ausgelegt ist.

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