Fahrtipps fürs Wohnmobil

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Neulich unterhielt ich mich bei der Arbeit mit einem Kollegen. Er wusste, dass wir schon ein paar Male Urlaub mit unserem Wohnmobil gemacht haben und fragte mich nach Tipps. Aus dieser Unterhaltung entstanden hier ein paar Beiträge, den ersten seht Ihr heute vor Euch. Ich hoffe, er ist hilfreich und wünsche Euch viel Spaß beim Lesen und allzeit gute Fahrt!

Wie fährt man nun also ein Wohnmobil? Was ist anders als bei einem Auto? Was muss man beachten?

  • Zuallererst: Nur keine Angst! Wo Millionen von Rentnern erfolgreich an der Ostsee angekommen sind, wirst Du nicht versagen.
  • Den nächsten Tipp solltest Du unbedingt vor dem Kauf oder der Anmietung beachten: Hast Du den passenden Führerschein? Die meisten Wohnmobile werden heute mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5to zugelassen und können mit einem normalen PKW-Führerschein (Klasse B) gefahren werden. Größere Mobile können aber auch weit darüber liegen! Hast Du einen alten „Klasse 3“-Führerschein, kannst Du auch größere Mobile bis 7,5to fahren.
  • Das Wohnmobil ist breiter, höher und länger als ein normaler PKW. Achte auf Schilder mit Beschränkungen! Vor allem Unterführungen könnten Dir sonst zum ungewollten Cabrio-Vergnügen verhelfen. Bei einem Leihmobil kann ein kleiner Merkzettel am Armaturenbrett nicht schaden! Für unser eigenes Wohnmobil haben wir ein Bildbearbeitungsprogramm bemüht und das hier kreiert:
  • Achte ggf. auf Beschränkungen für Fahrzeuge über 3,5 to! Ein Wohnmobil mit mehr als 3,5to zulässigem Gesamtgewicht darf auf deutschen Autobahnen maximal 100km/h fahren. Ab 7,5to sind 80km/h das Maß der Dinge auf der Autobahn. Auch manche Brücken oder Tunnel könnten Tabu sein!
  • Pass Dein Tempo dem ungewohnten Fahrzeug an. Als Faustregel, fahr innerorts und auf Landstraßen mindestens 10 km/h langsamer als mit einem PKW, das gibt Dir mehr Zeit, um bei Engstellen oder anderen komplizierten Situationen zu reagieren. Jetzt denkst Du, Paketfahrer fahren doch aber immer 20 km/h schneller als alle anderen? Das ist korrekt, dafür sind an deren Fahrzeugen auch alle Ecken abgerundet.
  • Die Beschleunigung des Wohnmobils ist urlaubsangepasst. Im Klartext: Warte beim Einbiegen auf eine Straße oder beim Überholen auf der Autobahn auf eine größere Lücke als für einen normalen PKW nötig und brems lieber vor einer Ampel, anstatt noch schnell „drüber zu huschen“.
  • Im Ausland gelten natürlich jeweils ganz eigene Regeln. Diese werden teilweise sehr rigoros und mit deutlich höheren Bußgeldern als in Deutschland geahndet. Bitte denk daran, dass Knöllchen aus dem Urlaubsausland inzwischen auch in Deutschland eingetrieben werden – ggf. mit saftigen Zuschlägen!
  • Recht schnell wirst Du den Eindruck bekommen, dass das Wohnmobil sich ja eigentlich doch ganz gut fährt. Gut so! Ein letztes Wort der Warnung wollen wir allerdings noch loswerden: Bring das Fahrzeug nie an seine (fahr-)physikalischen Grenzen! In diesem Bereich wird die gutmütige Dschunke zur zickigen Diva, die einige unangenehme Überraschungen für den Fahrer bereithält.

Gute Fahrt!

Leider schon wieder Ende

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Es ist heiß. Ich wache auf und als erstes schießt mir dieser Gedanke durch den Kopf. Der Zweite: „Ich brauche Wasser!“

Andrea liegt neben mir und schläft fest. Die Kinder liegen auch noch völlig regungslos im Heckbett, während unser Hund Krümel mich hechelnd vom Boden aus anschaut. „Alter, mach fix!“ scheint er mir zu sagen – Ihm ist sicher auch zu warm. Also steige ich aus dem Bett, leere eine lauwarme Getränkeflasche und ziehe mir schnell ein T-Shirt und eine Hose an, dann gehen Krümel und ich auf Entdeckungstour.

Gestern abend spät sind wir noch auf einen Wohnmobilstellplatz in Lingenfeld gefahren (49°15’26.3″N 8°22’38.5″E). Es war zwar relativ voll, sah aber ganz entspannt aus und da es ein offizieller Stellplatz ist, hatten wir auch keine Probleme, uns dazu zu stellen. Wir haben uns einfach eine Ecke gesucht, wo noch niemand stand und sind schlafen gegangen. Jetzt, bei Tageslicht, wird mir auch klar, warum hier niemand stand:

Das Wohnmobil steht in der prallen Sonne und es ist um 08:00 morgens schon brüllend heiß.

Egal, wir wollen ja nachher eh weiter.

Geplant war noch ein Besuch beim Technikmuseum und dann die Heimfahrt. Heute abend ist Grillfest bei uns in der Straße und im Kühlschrank zuhause wartet schon eine Portion Grillfleisch auf ihr flammendes Ende. Da direkt nebenan ein See mit Badestrand sein soll, gehe ich mir das mal anschauen – Bei dieser Hitze könnte man ja mal schnell in den See hüpfen, bevor die großen Massen auftauchen. So laufe ich mit Krümel einen halb zugewachsenen Feldweg entlang, finde schließlich einen Trampelpfad durch einen kleinen Wald und umrunde so den See. Auf der anderen Seite findet sich der erhoffte Strand, er ist allerdings mit mehr Verbotsschildern gepflastert als die nordkoreanische Grenze und sogar schon um diese morgendliche Zeit von einem halben dutzend Hundertjährigen in Beschlag genommen.

„Sie dürfen hier mit ihrem Köter nicht lang!“

Ja, danke auch und ebenfalls Guten Morgen. Ich ignoriere die Blockwarte und gehe einfach weiter. Das hier ist der einzige Weg um den See und sollte Krümel ausgerechnet jetzt die Pforten der Hölle öffnen, hab ich Kotbeutel dabei, also ganz locker durch die Hose atmen, Freunde. Trotzdem ist mir die Lust auf Badespaß mit der Familie hier vergangen.

Ein Stück weiter finde ich dann den Campingplatz, der bei google maps verzeichnet war. Jesus Maria, die Dauercamper hier verleihen dem Wort „Kuschelcamping“ eine ganz neue Bedeutung:

So wie es aussieht, hat man lle „Anreisenden“ auf einer kleinen Wiese am Wasser zusammen gestellt. Die Enge dort ist fast genauso schlimm. Kein Wunder, dass so viele auf den der Parkplatz nebenan ausgewichen sind.

Übrigens: Wäre der Parkplatz direkt neben dem Campingplatz nicht ausdrücklich als offizieller Stellplatz ausgewiesen gewesen, hätten wir einen großen Bogen darum gemacht – In der Regel steht man nämlich auf solchen Plätzen noch keine Stunde, wenn der Betreiber des Campings einem die Eliteeinheit des örtlichen Ordnungsamtes mit ihren machtvoll gefüllten Bauchtaschen auf den Hals schickt…

Als ich zum Wohnmobil zurück komme, sind Andrea und die Kinder aufgestanden und wir fahren los. Unser erster Halt geht zu Feinkost Albrecht, wo wir uns mit Sachen fürs Frühstück eindecken. Zum Frühstücken finden wir dann einen kleinen Parkpklatz direkt am Rhein.

Nach dem Frühstück gehts nochmal nach Speyer, schließlich sind Papas Versprechen immer temperaturunabhängig. Während die Kinder auf dem Spielplatz vor dem Museum spielen, überdenken Andrea und ich nochmal unseren Plan, jetzt gleich nach Hause zu fahren. Wir bräuchten ja auch noch einen Campingtisch, den hatten wir beim Obelink schließlich nicht bekommen… Außerdem hat keiner von uns beiden Lust, ohne Klimaanlage bei mittlerweile 34°C (!) im Stau zu stehen. Also sagen wir den Nachbarn für heute abend ab und ich google schnell ein paar Campingläden in der Nähe. Die ersten zwei oder drei Stationen bieten gar nichts. Fündig werden wir schließlich bei Fritz Berger in Frankfurt – Schon wieder viel weiter, als wir eigentlich hatten fahren wollen. Die Hitze ist mehr als ätzend und wir wollen nur noch einen ruhigen Platz im Schatten. Ich erinnere mich an ein paar Waldparkplätze ganz in der Nähe des Flughafens und wir finden schließlich auch einen verlassenen Wanderparkplatz, auf dem wir es uns im Schatten gemütlich machen können. Die nächsten zwei oder drei Stunden vegetieren wir einfach nur vor uns hin, während die Kinder spielen:

Schließlich kommt Andrea eine Idee: Warum warten wir nicht einfach noch ein bißchen länger und essen dann im Autokino zu Abend? Schnell mal nachgeschaut: Es läuft ein Familienfilm („Der Spion von nebenan“), die Snackbar hat trotz Corona geöffnet und dass wir ins Autokino passen, hatten wir ja mit dem Wohnmobil auch schonmal ausprobiert. Läuft. Machen wir.

Später geht es dann los, ich überlege noch schnell, einer Dame an der Tankstelle einen Heiratsantrag zu machen, damit ich im klimatisierten Tankstellenshop bleiben darf, entscheide mich dann aber doch für meine Familie und kurze Zeit später stehen wir im Kino.

Der Film ist kindertauglich seicht und vorhersehbar, zwischendurch gibts aber auch für Erwachsene ein bißchen was zu lachen. Nach der Vorstellung hat es sich so weit abgekühlt, dass die Heimfahrt als machbar erscheint. Wir fahren aus dem Kino und stellen auf dem nächstbesten Parkplatz die Kinder unter die Wohnmobil-Dusche – So sind sie nachher zuhause bettfein und wir brauchen sie nicht nochmal zu wecken. Nach einer ruhigen Fahrt durch die Nacht kommen wir schließlich hundemüde zuhause an, holen noch schnell Kinder, Hund und Bettwäsche aus dem Womo und fallen ins Bett.

Fazit:

Auch wenn es nur zwei Tage waren, wir hatten unseren Spaß und das Wohnmobil hat sich tapfer geschlagen. Ein Zusatzeinbau kommt allerdings auf jeden Fall noch an Bord: Eine Klimaanlage, die uns zumindest während der Fahrt etwas Kühlung verschafft! Mal sehen, wie sich das einrichten lässt…

Zweiter erster Tag

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Während Andrea gestern ihre beruflichen Termine erledigt hat, hab ich „schnell“ den neuen Fußboden im Wohnmobil verlegt. Leider war er sehr viel störrischer als der Teppichboden im Winter, das machte das Verlegen zu einer schweißtreibenden Angelegenheit. Das Ergebnis kann sich aber sehen lassen:

Abends haben wir dann noch eine gefühlt ewig lange Nachtschicht eingeschoben, um fristgerecht unsere Steuererklärung abzuschicken (Rückzahlung, yes!!!) und sind danach todmüde ins Bett gefallen.

Heute sind wir heute nochmal los gefahren – Das Wochenende mit dem besten Wetter des Jahres konnten wir uns dann doch nicht entgehen lassen!

Weil wir aber erst ausschlafen wollten, dann noch zum Tierarzt mussten (Krümel hatte immernoch flotten Otto) und sowieso irgendwie alles nur halb so schnell lief bei 30 Grad im Schatten, war es dann 14:30, als wir losfuhren. Der Besuch im Technikmuseum in Speyer, den wir den Kindern versprochen hatten, durfte natürlich trotzdem nicht ausfallen und da wir Mitglieder im Förderverein sind, konnten wir auch problemlos noch um 16:30 ins Museum, freiem Eintritt sei Dank.

Marcels großes Thema im Moment sind Astronauten und Raketen und so haben wir uns zum ersten Mal wirklich intensiv die Emporen in der Raumfahrthalle angeschaut. Dort gibt es allerlei Devotionalien aller möglichen und unmöglichen Weltraummissionen anzuschauen, die ihn jetzt plötzlich brennend interessieren, vor einem halben Jahr aber noch total uninteressant waren (Dafür haben wir damals zwei Stunden lang Lokomotiven angeschaut)

Völlig verschwitzt haben wir dann das einzig mögliche getan – Deo drauf und ab zum Chinesen in Hockenheim. Was soll ich sagen – Wir waren nicht underdressed. Anderen ist anscheinend auch warm! 😉

Das Restaurant ist trotzdem sehr nett eingerichtet, das chinesisch-mongolische Buffet hat alle Erwartungen, die im Begriff „all you can eat“ mitschwingen erfüllt und so sind wir vollgefuttert mit Ente, Huhn, Meeresfrüchten und allen möglichen anderen Köstlichkeiten wieder losgezogen, um einen Parkplatz für die Nacht zu finden. Park4Night war wieder mal unser Freund und jetzt stehen wir in Lingerhahn mit gefühlt 20 anderen Campern auf einem Stellplatz im Grünen. Es ist genug Platz hier, das jeder eine eigene kleine Bucht mit Büschen drum herum zur Verfügung hat, deswegen stört uns die kuschelige Atmosphäre diesmal überhaupt nicht. Ok, es ist auch stockdunkel draußen und man hört außer Grillenzirpen kein anderes Geräusch, das hilft ebenfalls 😉

Unschönes Erwachen und vorerst Ende

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Der nächste Tag beginnt nicht soooo pralle: Krümel macht bereits um 06:00 Uhr lautstark auf sich aufmerksam. Da er sich nicht beruhigen will, klettere ich aus dem Bett und setze mich zu ihm auf das Sofa. Er schläft dann auch nach ein paar Kuscheleinheiten wieder ein, nur um wieder loszulegen, sobald ich ins Bett zurück will. Ich denke mir, dass er aber irgendwie komisch drauf ist heute und kann ihn nicht verstehen… Im Nachhinein hätte mich das Verhalten warnen sollen, denn so benimmt er sich sonst eigentlich nicht.

So gegen 07:00 gibt es kein Halten mehr, er bellt, knurrt, heult und jault wie bekloppt und lässt sich nicht mehr beruhigen. Während Andrea wenig begeistert aufsteht und sich für eine frühe Gassirunde anzieht, halte ich ihn fest, so gut ich kann. Andrea hat schon fast die Hose an, da zeigt sich der Grund für Krümels Verhalten auf die unangenehmste mögliche Weise: Er hat Durchfall.

Auf dem Teppichboden.

Im Wohnmobil.

Für einen Moment starren wir ihn nur erschrocken an.

Dann schnappt Andrea sich geistesgegenwärtig den Hund und bringt ihn vor dem nächsten Durchfall raus, während ich bald einsehen muss, dass sich hier mit Küchenrolle und Mülltüte nichts ausrichten lässt. Ich laufe schnell nach hinten an die Heckklappe und hole das Cuttermesser aus dem Werkzeugkasten, dann schneide ich würgend den Teppich in Stücke und verfrachte ihn vor die Tür. Wir hatten ihn ja im Winter nur lose auf den ursprünglichen Bodenbelag gelegt, deswegen geht das recht fix.

Gott sei Dank schlafen wenigstens die Kinder weiter, während ich mir eine große Mülltüte schnappe und den ganzen Schlamassel halbwegs geruchsdicht verpacke. Danach wasche ich mir erstmal die Hände bis zu den Ellbogen und reiße alle Fenster auf, um den Gestank heraus zu lassen.

Als Andrea wiederkommt, erzählt sie mir, dass Krümel noch mehrmals Durchfall hatte. Jetzt scheint er sich beruhigt zu haben und schläft völlig erschöpft ein.

Wir setzen uns gemeinsam hin und beratschlagen, was wir nun machen wollen. Da wir ja die Enge nicht so toll finden, beschließen wir, dass wir zügig abfahren wollen. Wir warten, bis die Kinder wach sind, machen sie und das Wohnmobil reisebereit und fahren dann aus unserer Parklücke heraus, auf zur Entsorgung. Gott sei Dank können wir auch direkt die Müllsäcke mit den Teppichresten loswerden. Danach gehts mit eher mittelmäßiger Laune an die gleiche Stelle wie gestern fürs Frühstück – Die Teppichaktion und ein ätzender Marsch gemütlicher Spaziergang quer über den ganzen Campingplatz, um die Toilette zu entsorgen, haben die Stimmung gedrückt.

Als wir an „unserem“ Frühstücksspot ankommen, bessert sich unsere Laune allerdings sofort: Das Wetter ist immernoch fabelhaft, die Aussicht super und unsere Freiheit haben wir auch wieder. Die Brötchen vom Campingplatz sind super und wir frühstücken erstmal ausgiebig. Als alle satt und ausreichend entspannt sind, machen wir uns an die Tagesplanung für heute: Eigentlich würden wir gern wieder einen netten Ausflug machen, da wir aber dringend wegen beruflicher Termine und unserer vergessenen Steuererklärung nach Hause müssen, sind unsere Möglichkeiten begrenzt. Also wandeln wir unser Vorhaben in einen Besuch im nächsten Baumarkt um, neuen Fußboden aussuchen. Als wir dann dort ankommen, empfängt uns allerdings dieses Schild:

Na toll. Enttäuscht setzen wir Kurs Richtung Heimat, bevor wir dann nach einer spontanen Eingebung in einem anderen Baumarkt auf dem Weg noch einen guten Restposten PVC-Boden abstauben können – Für 2€/qm ein Mega-Schnäppchen! So nimmt der Tag doch noch ein gutes Ende, wir grillen noch zuhause, bringen die Kinder ins Bett und machen uns einen gemütlichen Abend.

Ein kleiner Ausflug und unser erstes Mal (auf dem Campingplatz)

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Aussicht bei der Schifffahrt auf der Biggetalsperre

Heute gabs nach dem Aufstehen erstmal einen kleinen Abstecher zum nächsten Discounter, Frühstück besorgen. Wie immer kam Andrea nur mit dem Nötigsten zurück… 😀

Danach haben wir uns ein gemütliches Plätzchen mit Aussicht für das Frühstück und den Tag gesucht.

Für uns hätte es sich ja noch eine bis zwei Wochen so aushalten lassen, aber der werte Nachwuchs wollte was unternehmen. Kurze Suche im Netz: Die Passagierschiffe auf der Bigge fahren, den Hund dürfen wir auch mit an Bord nehmen, also schnell ne kleine Runde gebucht und schon stand das Tagesprogramm fest.

„Reichen uns 90 Minuten, bis das Schiff ablegt?“ – Ja klar, locker!“

Also, naja… Wir kamen gerade noch rechtzeitig.

Dafür durften wir dann, Online-Ticket sei Dank, mit als Erste auf die Fähre, so dass Krümel in aller Seelenruhe an der Warteschlange vorbei marschieren und die gefühlt 25 anderen Hunde ausgiebig anbellen konnte. Unser „Äh nein, sonst benimmt der sich nie so…“ hat uns irgendwie keiner abgekauft – Auch egal. Wir sind gleich hoch aufs Deck, die Kinder haben die letzten beiden freien Stühle in Beschlag genommen und so haben wir dann entspannte 90 Minuten verbracht.

Die Biggeschiffe gab es schon in meiner Kindheit, aber irgendwie wirkten sie größer als früher. Mal kurz nachgeschaut: Tatsächlich wurden die Schiffe mehrmals überholt und bei einer der Überholungen wurde ein Schiff einfach in der Mitte durchteilt und es wurde eine Verlängerung eingesetzt. Jetzt ist es quasi eine schwimmende Stretchlimo… Krasser Scheiß.

Nachdem wir dann wieder an Land waren, haben die Kinder noch eine Weile auf dem Spielplatz an der Anlegestelle getobt, während Krümel seine Manieren wieder entdeckt hatte, und sich erstmal von einem völlig fremden kleinen Jungen ausgiebig durchkraulen und mit ein paar von Herrchens Leckerlis versorgen ließ.

Danach gings weiter… Wir wollten zum ersten Mal eine Nacht auf dem Campingplatz verbringen. Wir hatten uns dafür den „Naturcamping Biggesee“ ausgesucht. Ich hatte morgens kurz angerufen, die Dame am Telefon war sehr freundlich und so hatte ich dann auch gleich reserviert. Als wir ankamen, hab ich brav meinen Maulkorb aufgesetzt und bin uns anmelden gegangen. Brötchen für den nächsten Morgen haben wir auch gleich bestellt, da konnte ja nicht mehr viel schief gehen. Wir hatten einen Platz kurz unterhalb der Rezeption, der sich trotz recht steiler Rampe auch mit unserem Ungetüm gut erreichen ließ. Wir standen in zweiter Reihe an einem Nebenbecken der Bigge und haben es uns mit unseren neuen Stühlen gleich mal vor dem Wohnmobil gemütlich gemacht und wenig später den Grill angezündet.

Als wir die Markise ausfahren wollten, ging sie gleich bei der ersten Windböe hoch wie ein Segel. OK, das war so nicht geplant. Schnell die Markise wieder eingefahren und mal bei den Profi-Camper-Nachbarn spioniert: Die hatten ihre Markisen alle mit Spannleinen und Heringen am Boden befestigt. Wir besaßen weder das Eine noch das Andere, also blieb die Markise dann eingefahren und die Leinen und Haken wanderten auf unsere Einkaufsliste.

Der Abend war so lala. Das Essen war lecker, wir haben die Kinder und uns selbst abgeduscht, dann ging es für die Kinder in die Falle und wir haben noch eine Weile vor der Tür gesessen und uns unterhalten. So weit, so gut, wenn da nicht die räumliche Enge gewesen wäre. Wir standen extrem dicht und ohne jede Abgrenzung zu den Nachbarn, im Grunde nur eine Reihe hintereinander geparkter Wohnmobile. Bitte nicht falsch verstehen, die Nachbarn waren alle sehr nett, aber verglichen mit der Nacht vorher (allein auf einem Parkplatz am See) war die Sache nicht so pralle. So haben wir dann auch noch abends beschlossen, dass wir wohl keine waschechten „Proficamper“ werden, sondern weiterhin als „DieBeklopptenMitDemKackfassDahinten“ durch die Gegend fahren und uns unsere Übernachtungsplätze selbst suchen.

Lektion des Tages Nr. 1: Wir haben uns das mit der Dusche sehr viel dramatischer vorgestellt, als es tatsächlich war: Wir haben 100l Frischwasser an Bord. Als wir das Wohnmobil kauften, habe ich zu Andrea gesagt, dass man damit wahrscheinlich einmal mit 4 Leuten duschen kann, danach müsste man vermutlich sofort zur Ver- und Entsorgung. Als wir das jetzt praktisch ausprobiert haben zeigte sich, dass ich grob daneben lag: Einmal duschen für vier Personen hat nur knapp 25l Wasser verbraucht. Dabei haben wir natürlich keine halbstündigen Duschorgien vollzogen, haben uns aber alle gründlich abgeduscht und eingeseift, wie man das eben so macht und haben dabei keine übermäßige Eile an den Tag gelegt. Auch die Warmwassermenge ist ausreichend, es dauert nur leider ca. 40 Minuten, bis der Boiler 60° Wassertemperatur erreicht. Für die Zukunft kein Problem, wir schalten ihn einfach früher ein. Der Platz in der Dusche ist etwas beengt, aber wir haben gelernt, dass wir auch im Winter nicht mehr sklavisch jeden zweiten Tag ein Schwimmbad zwecks Dusche ansteuern müssen, das wird bei den nächsten Roadtrips unseren Spielraum bei Route und Übernachtungsplätzen deutlich vergrößern!

Lektion des Tages Nr. 2: Die doch recht beengten Platzverhältnisse auf dem Campingplatz sind nicht das Richtige für uns. Unser Wohnmobil stand parallel zum Weg, vor der Frontscheibe stand ein Baum, einen Meter hinter dem Heck stand schon der nächste Camper. Die einzelnen Stellplätze waren nicht gegeneinander abgegrenzt, sodass man gezwungenermaßen das Privatleben seiner Nachbarn quasi in Dolby Sorround mitbekam. Alle waren sehr nett, aber wir haben abends beim Einschlafen beschlossen, dass wir in Zukunft doch lieber wieder frei stehen – auch wenn das Einschränkungen beim Grillen oder beim Rausstellen der Stühle bedeutet.

Der Sommertrip geht weiter

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Obelink voller Menschen

Der Rest des Wochenendes bei der Familie verlief in angenehmer Ereignislosigkeit. Wir gingen mit den Kindern auf den Spielplatz, sie konnten mit Ihrer Cousine zum Reiterhof fahren und obendrauf gabs gutes Essen und Duschen mit warmem Wasser ohne Duschmarken. Alles perfekt 😉

Sonntags haben wir uns allerdings dann doch verabschiedet, wir wollten ja schließlich unser nächstes Etappenziel ansteuern: Aufmerksame Leser erinnern sich vielleicht, dass wir zu unseren bisherigen Urlauben immer ohne Klappstühle, Sonnenschirm und Tisch gestartet sind – Alles entbehrlich, wenn man nur einen Roadtrip plant und das Wetter sowieso mau ist. Jetzt wollten wir aber ans Meer und vielleicht ein paar Tage auf einem Campingplatz verbringen, da käme eine schöne Garnitur Möbel für draußen gerade recht, oder? Und wo bekäme man die besser, als im bekannten Shoppingparadies für Camper genau hinter der niederländischen Grenze? Also fuhren wir eine Etappe bis Bocholt zum Bahia-Schwimmbad, stellten uns dort mit ausreichend chinesischem Essen für zwei Familien auf den Stellplatz und ließen den Abend gemütlich ausklingen. bereiteten uns intensiv auf den nächsten Tag vor.

Am nächsten Morgen ging es dann recht früh (so gegen 11:00… :-D) los.

Es war voll bei Obelink, trotzdem haben wir uns tapfer über zwei der drei Etagen gekämpft und uns mit Stühlen und allerlei geplantem und entdecktem Krimskrams eingedeckt. Es war auch ganz interessant, sich ein paar Dinge mal im Original anzuschauen. ZB haben wir ein aufblasbares Vorzelt für Wohnwagen entdeckt. Sollten wir wirklich mal einen langen Urlaub auf einem Campingplatz machen, würden wir das vielleicht kaufen, es scheint viel stabiler zu sein als unsere doch recht wackelige Markise.

Zum Schluss war irgendwann die Luft raus und so gabs dann Frikandeln und Pommes vor der Tür am Nachmittag, bevor wir ziemlich platt mit vollem Einkaufswagen wieder bei unserem Wohnmobil ankamen.

Inzwischen hatte es angefangen zu regnen. Moment, das war so nicht geplant! Wir wollten doch weiter zur See! Wohin genau? Keine Ahnung. Wir hatten nicht reserviert, sondern wollten uns spontan nach der Wettervorhersage richten. Was kann da im Juli schon schief gehen? Naja… Zum Beispiel ein Gewitter mit Sturmwarnung, das anscheinend durchgängig von Nordfrankreich bis Fehmarn wüten sollte. Jedenfalls war dort überall eine Sturmwarnung an die Wettervorhersage angehängt. Doof.

Nachdem wir eine Weile lang die verschiedenen Optionen vor und zurück durchgekaut hatten, haben wir uns entschieden, ins Sauerland an die Biggetalsperre zu fahren. Also nur ein paar Kilometer in die falsche Richtung… Oder so. Wir machten einen Zwischenhalt in Köln und gingen ins Schwimmbad. Ganz ehrlich, unter Corona-Bedingungen hat es jetzt nicht so viel Spaß gemacht. Wie kommt es eigentlich, dass jede Notlage die Blockwarte wie die Kellerasseln unter ihren Steinen hervorlockt?

Egal, nach dem Schwimmen waren die Kinder müde und wir konnten in Ruhe noch ins Sauerland fahren. Wir haben einen netten Parkplatz mit Seeblick für die Nacht gefunden und sind schlafen gegangen.

Kurzer Sommertrip mit dem Wohnmobil – Der holprige Start und die faulste Kita der Nation

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Die letzten paar Tage waren wir mal wieder mit dem Wohnmobil unterwegs, um ein bißchen Urlaub zu machen. Eigentlich wollten wir diesen Sommer ja weit weg fahren, nach Italien, Südfrankreich oder Kroatien, um mal so richtig Sonne zu tanken, aber „Köröna“ und ein neuer Job ab dem 01.08. haben den Plan ruiniert. Blöd, aber machen wir das Beste draus!

Der neue Plan: Für ein paar Tage Sonne tanken in Holland an der Nordseeküste. Nicht so spektakulär wie die ursprünglichen Ziele, dafür aber viel näher und auch mit 4 oder 5 freien Tagen anstatt zwei Wochen zu erreichen.

Los gings am letzten Kita-Tag: Wir hatten es am Abend vorher tatsächlich fertiggebracht, unser Urlaubsgepäck schon mal im Flur bereit zu stellen, sodass wir dann morgens nur noch alles ins Wohnmobil packen und einkaufen gehen musste. Dass wir nur noch ein paar Stunden anstatt mehrererererer Tage zum Packen brauchten, war schonmal ein guter Start.;-)

Wir hatten dann sogar noch Zeit, uns in Ruhe zu duschen und die Hälfte eines Films zu schauen, bevor wir dann etwas überhastet die Kinder aus der Kita geholt haben – Am letzten Tag war nur bis 12:00 Uhr geöffnet, was wir nicht wussten. Um 12:01 klingelte das Telefon und als Andrea in der Küche ranging, hörte ich noch auf dem Sofa:

„Wann holen Sie denn endlich ihre Kinder ab?!“

Ohne Begrüßung. Ihnen auch einen schönen guten Tag. Sie hat dann noch kurz versucht, die Sache zu beruhigen, aber es war eher hoffnungslos. Immer noch auf dem Sofa konnte ich problemlos mithören, wie die Erzieherin in den Hörer brüllte:

„Das stand doch im Elternbrief, können Sie denn nicht lesen?!“

Einzig mögliche Antwort: „Jaja“, mit deutlichem Leck-mich-am-Arsch-Unterton. Anscheinend konnten übrigens erstaunlich viele Leute nicht lesen, denn wir waren bei Weitem nicht die einzigen Eltern, die ihre Kinder zu spät abholten. Da wir den ach so wichtigen Elternbrief wegen seines üblichen schmonzig-belanglosen Inhalts (eine Melange aus glückskekswürdigen Zitaten und Selbstbeweihräucherung) allerdings schon lange entsorgt hatten, bleibt das Mysterium, ob wir zu doof zum Lesen oder die Chefin der Kita zu doof zum Tippen ist, wohl unbeantwortet.

Kurzer Exkurs: An jedem normalen Tag stehen die Damen spätestens 10 Minuten vor Feierabend bereits mit gepackten Taschen und fertig angezogen an der Tür und warten auf ihren Feierabend. Spätestens 5 Minuten vor Schluss sind die ersten schon weg. Auch bei anderen Aspekten ihrer Arbeit bewegt sich die Motivation der Damen eher gegen Null im unteren Mittelfeld. Wir haben die Kita schon längst zur faulsten Kita der Nation gekürt und uns bei der Leitung, deren Chef und bis zum örtlichen Jugendamt beschwert. Einzige Reaktion: Sollten wir uns nochmal beschweren, werfen sie unsere Kinder raus. Nach neun Wochen Lockdown ohne ein Sterbenswörtchen waren die ersten Worte, als wir die Kinder wieder gebracht haben, dass ja Gott sei Dank bald Sommer sei, dann könnten die Damen endlich ihren „wohlverdienten Urlaub“ genießen. Die Frage, was sie denn so die letzten neun Wochen gemacht hätten, wurde geflissentlich überhört. Wer sich jetzt fragt, warum wir nicht zu einer anderen Kita wechseln – Wir haben keinen anderen Platz bekommen. Das ist der einzige Grund.

Jetzt aber los!

Nach diesem doch etwas holprigen Start ging es dann erstmal gen Ruhrpott zur Familie. Wir haben noch kurz auf dem Weg einen Supermarkt geplündert etwas Grillfleisch eingekauft und den Rest des Tages nach unserer Ankunft in sanfter Fressnarkose verbracht. So (also wie die zweite Hälfte des Tages) darfs gern weitergehen!

Unterwegs mit dem Dancing Santa Elch

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Am 1. Weihnachtsfeiertag wollten wir los. Wir haben die letzten Tage vor Weihnachten schonmal das Wohnmobil fertig gemacht und hatten dann morgens nur noch wenige Stunden Chaos vor uns, bevor wir aufbrechen konnten ;-). Außerdem hatten wir uns noch das lächerlichste Weihnachtszubehör besorgt, dass wir finden konnten: Einen tanzendes Weihnachtsrentier fürs Armaturenbrett. Ein bißchen Geschmacksverirrung ist an den Weihnachtstagen erlaubt! 😀

Los ging es die A61 rauf, an Köln vorbei auf die A1 in Richtung Hagen im Ruhrpott, wo meine Verwandschaft wohnt. (An dieser Stelle stellt Euch einfach vor, wie der das Rentier in Dauerschleife drei Stunden lang „Santa is coming to town“ dudelt.) Wir haben uns dort drei schöne Tage mit reichlich Essen „von Muttern“ gemacht, hatten zwischendurch sogar mal einen Tag ohne die Kinder nur für uns (an dessen Ende Oma etwas fertig aussah…:D) und haben mit den Kindern einen netten kleinen Ausflug mit der Wuppertaler Schwebebahn gemacht. Andrea und ich kannten die Bahn natürlich schon seit wir selbst Kinder gewesen waren, aber die Minions hatten einen riesigen Spaß! Wir sind einmal komplett durch Wuppertal gefahren, haben an der Endstation mal kurz den Hund lulunieren lassen und schon ging es mit der nächsten Bahn wieder zurück. Über eins waren wir uns dabei schnell einig: Auch wenn wir beide aus dem Ruhrpott stammen, in Wuppertal „willste nich mal tot übern Zaun hängen“…

Die Schwebebahn fährt selbst an Feiertagen gefühlt alle zwei Minuten und da sie in Wuppertal zum öffentlichen Nahverkehr gehört, war dieses kleinen Abenteuer für die Kinder zu einem Spottpreis zu haben (oder in unserem Fall umsonst, weil Oma irgendein VRR-Monatsticket hat, auf dem sie gefühlt ne Fußballmannschaft mitnehmen kann.)

Geschlafen haben wir an den drei Abenden auf dem Wohnmobilstellplatz in Wetter. Der hat zwar keine Servicestationen für Strom, Wasser oder Entsorgung, ist dafür aber umsonst. In den drei Tagen hat sich herausgestellt, dass Wasser für uns auf jeden Fall schonmal kein Problem ist. Das Gleiche beim Strom: Die neuen Aufbaubatterien mit insgesamt 300Ah waren auch mehr als ausreichend, sogar ohne eine Solaranlage auf dem Dach! Etwas anders verhielt es sich mit der Toilette…

Spoiler: Jetzt kommt eine von den Geschichten, die im Nachhinein ekelig, aber auch witzig sind. Wenn sie passieren, sind sie einfach nur ekelig.

Wir hatten uns nämlich mit dem Fassungsvermögen unserer Toilette etwas vertan. Irgendwann blieb dann die Brühe sozusagen in der Schüssel stehen und beim Entleeren.. Naja, das kann sich jetzt jeder vorstellen. Wenigstens hatte ich Handschuhe an, das Fach für die Kassette hab ich dann mit kiloweise Küchenrolle und Badreiniger trockengelegt und gesäubert. Das war auch ungefähr der Moment, in dem ich beschlossen hab, mich nochmal über Zerhackertoiletten mit Festtank zu informieren.

Bäääh.

Nach den drei Tagen sind wir dann abends noch weiter gefahren. Die Kinder wollten mal das Meer sehen (Das kannten sie bis dahin tatsächlich nur von Bildern) und so sind wir einfach Richtung Holland los gefahren. Kurz hinter der Grenze haben wir aber eine unschöne Überraschung erlebt: Auf einmal waren unsere Scheinwerfer aus.

Hoppla. Was war denn das?!

Ich hab angehalten und erstmal unter die Motorhaube geschaut: Die H4-Fassungen (also die Stecker der Glühbirnen für Abblend- und Fernlicht) sind irgendwann anscheinend mal ausgetauscht worden gegen Nachrüstteile. Dabei wurden zumindest auf der einen Seite die Kabel nur in eine Klemme gesteckt. Wenn dann nach Jahren der Korrosion und Vibrationen noch genau ein winziger Metallfitzelrest vom Kabel für die Beleuchtung übrig bleibt, kann bei Schlaglöchern auch schon mal die Beleuchtung komplett ausfallen… OK, eine Lösung musste her. Erstmal sind wir ein Stück weiter zu einem Aldi-Parkplatz gefahren, der relativ gut beleuchtet war. Auf dem Parkplatz hab ich dann notdürftig die eine Seite wieder so zusammengeflickt, dass das Licht wieder funktionierte. Auf der anderen Seite war die Situation noch schlechter: Der Stecker für die Glühbirne war dort teilweise zerbrochen und an einigen Stellen sogar angekokelt! Gott sei Dank war sonst nichts passiert, man muss ja auch mal Glück haben. Auch diesen Stecker habe ich notdürftig erstmal geflickt, damit der Urlaub weitergehen konnte. Zusammen mit einer guten Dusche WD40 gingen die beiden Scheinwerfer wieder, der Resturlaub war gerettet! Wir waren allerdings ziemlich fertig.

Nach einem kurzen Stück holländischer Autobahn kamen wir dann nach Belgien und haben uns mit der Park4Night-App (die kannten wir aus diversen youtube-Videos) einen kostenlosen Schlafplatz rausgesucht. Es war eine Art Wanderparkplatz, auf dem auch schon ein anderes Mobil stand. Wir haben nur noch geparkt und sind dann sofort schlafen gegangen.

Am Tag danach war es dann soweit: Die Kinder konnten in Zeeland zum ersten Mal den Strand und das Meer erleben! Sie waren total begeistert, ebenso wie Krümel, der sich vor lauter fremden Hunden gar nicht mehr eingekriegt hat! Wir waren bestimmt 3 Stunden am Stück am Strand, bevor es uns dann doch zu kalt wurde. Ein kleiner Einkauf in einem der holländischen Supermärkte durfte natürlich auch nicht fehlen, irgendwie ist nämlich in Holland vieles einfach … leckerer. Warum? Keine Ahnung. Wahrscheinlich Einbildung. Aber zumindest hatten wir so alle Zutaten für eine richtig leckere, asiatisch angehauchte Reispfanne mit Gemüse und Fleisch. Nachdem das Zeug im Kühlschrank lag, machte sich bei uns etwas Ratlosigkeit breit: Wohin sollten wir als nächstes fahren? Um in Holland zu bleiben, hätten wir uns einen Stellplatz oder einen Campingplatz suchen müssen, denn Freistehen ist hier streng verboten. Darauf hatten wir keine Lust, also sind wir zurück nach Deutschland und haben dann spätabends noch Köln erreicht, gerade noch rechtzeitig für ein paar Wagenräder Pizzen von l’Osteria in Hürth. Die Kinder hatten zwar noch lautstark mitbestellt, das Essen haben sie dann aber ausfallen lassen, beide waren inzwischen irgendwo zwischen Tiefschlaf und Koma. So haben Andrea und ich uns beim Abendessen (Die Pizzen waren super!) noch ein bißchen Zeit zum Reden genommen und danach einen neuen Stellplatz gesucht. Schnell wieder bei Park4Night reingeschaut und los ging es.

Unser auserkorener Übernachtungsplatz war der Parkplatz einer Sportanlage in Troisdorf. Grundsätzlich klang das erstmal nicht schlecht, aber als wir ankamen, waren wir nicht mehr so begeistert: Der ganze Platz war taghell erleuchtet. Weit und breit war niemand zu sehen und weil wir so müde waren sind wir trotzdem geblieben. Gut geschlafen haben wir in der Nacht beide nicht. Das Licht kam zwar nicht rein (Danke, IKEA-Rolläden!), aber das Gefühl, auf dem Präsentierteller zu sitzen, blieb trotzdem. Morgens haben wir uns dann nur schnell überlegt, wohin es gehen sollte und sind sofort abgefahren.

Merke: Wir schlafen lieber auf dunklen Plätzen.

Merke auch: Wenn uns das nächste Mal ein Platz ein komisches Bauchgefühl macht, fahren wir sofort weiter. Wir sind doch im Urlaub, warum sollten wir da irgendwo schlecht schlafen?

Der Ausflug des Tages ging dann ins Zündorfbad in Köln. Vom Parkplatz aus haben wir erst eine große Runde mit Krümel gedreht, dann kam er in seine Box, hat sich zufrieden eingerollt und ein kleines Schläfchen gehalten, während wir schwimmen waren. Das Schwimmbad war ziemlich leer und wir haben drei Stunden ganz entspannt mit den Kindern die Schwimmbecken und die Rutsche unsicher gemacht. Übrigens ist uns im Nachhinein klar geworden, dass der Parkplatz am Schwimmbad wahrscheinlich die deutlich bessere (und nähere) Übernachtungsoption gewesen wäre. Naja, mal verlierste, mal gewinnen die Anderen. Wir lernen ja noch.

Nach dem Schwimmbad ging es wieder auf die Autobahn, diesmal Richtung Frankfurt a.M.. Wir hatten uns in den Kopf gesetzt, mit dem Wohnmobil ins Autokino in Gravenbruch zu fahren. Wir lieben Autokinos, seit wir sie entdeckt haben: Man sitzt allein im Fahrzeug (also keine nervigen Sitznachbarn), Snacks gibt es im Vergleich zum normalen Kino zum Schnäppchenpreis, es gibt außer den üblichen Kinosnacks auch noch Burger, Pommes oder auch mal Erbsensuppe an kalten Abenden, man braucht keinen Parkplatz und irgendwie gefällt uns auch einfach die Atmosphäre besser als in einem normalen Kinosaal. Übrigens muss man dank genug Stromanschlüssen auf dem Platz und Heizlüfter-Verleih auch nicht im Auto frieren, im Wohnmobil mit Gasheizung sowieso nicht. Also, ab auf die A3!

Irgendwo zwischendurch hatten wir Hunger und haben uns auf einem Rasthofparkplatz unsere leckere Reispfanne aus Holland gekocht. Sehr lecker! Sogar die Kinder haben ordentlich davon gegessen, was der Chefkoch einfach mal als Kompliment gesehen hat… 😉

Mit dem Wohnmobil ins Autokino zu fahren, war danach einfach nur geil… Wir haben uns Tickets besorgt, dann die (zu niedrige) Kasse umfahren und standen dann mit dem Wohnmobil relativ weit hinten, was aber wegen der erhöhten Sitzposition gar nicht gestört hat. Die Kinder haben wir auf dem Fahrer- und Beifahrersitz geparkt, von wo sie völlig hypnotisiert auf die Leinwand gestarrt haben (Riesen-Frontscheibe, wir lieben Dich!) und Andrea und ich haben es uns auf dem Sofa bequem gemacht und der Reispfanne noch etwas Gesellschaft durch frische Burger aus der Snackbar verschafft. 🙂

Ein super Abend!

Nach dem Film ging natürlich die Stellplatzsuche wieder los. Wir sind eine Weile lang rumgekurvt, bevor wir uns dann für den Parkplatz eines Ausflugsziels in der Nähe entschieden haben.

Merke: Wir sollten uns unsere Übernachtungsplätze früher aussuchen. Erst suchen wenn man schon müde ist, ist ne doofe Idee… Auch wenn wir diesmal sehr viel Glück hatten, der Platz war zum Übernachten super! Schön dunkel, kein Durchgangsverkehr, am Morgen konnte Andrea problemlos mit Krümel eine große Runde drehen, wir waren sehr zufrieden.

Am nächsten Tag (Silvester) haben wir beschlossen, unsere Reise um einen Tag zu verkürzen. Am 2. Januar ging schließlich der ganze Stress wieder los und dann erst am 1. Januar nach Hause zu kommen, darauf hatten wir nach etwas Überlegung keine Lust. So haben wir nochmal ganz in Ruhe und ausführlich gefrühstückt und unsere letzten holländischen Vorräte verdrückt, bevor wir dann noch für zwei oder drei Stündchen einen Abstecher ins Technikmuseum Speyer gemacht haben. Wir sind Mitglieder im Förderverein des Museums, deswegen haben wir freien Eintritt und können auch mal ganz spontan dort für einen Kurzbesuch vorbeifahren. Das Technikmuseum war (wie immer) super. Unsere Kinder (und wir auch!) lieben es, durch die Ausstellung zu laufen und immer neue Fahrzeuge zu entdecken, die wir vorher nie bewusst bemerkt haben. Auch die Kletterei durch die vielen Ausstellungsstücke im Außenbereich wird den Kindern nie langweilig. Irgendwann war dann aber natürlich die Luft raus und wir sind nach einem kleinen Einkaufsstopp pünktlich zum Silvester-Abendessen zu Hause angekommen. Als die Kinder dann schließlich völlig erschöpft ins Bett gefallen sind, haben Andrea und ich noch auf das neue Jahr angestoßen und sind danach dann zum gemütlichen Teil der Nacht übergegangen… 😉

Das Fazit

Wir hatten eine Menge Spaß in unserem ersten Wohnmobil-Urlaub und sind uns sicher, die für uns richtige Art des Urlaubs gefunden zu haben!

Trotzdem gab es natürlich auch ein paar Sachen, die wir beim nächsten Mal anders machen werden:

  • Wir hatten uns viel zu viel auf einmal vorgenommen und sind viel zu viel gefahren. Für uns war das anstrengend und die Kinder wurden mit der Zeit immer unruhiger und quengeliger. Auf der nächsten Tour werden wir unsere Fahrtzeit deutlich begrenzen.
  • Unsere Suche nach Übernachtungsplätzen „hat noch Optimierungspotential“! 😉
  • Es war furchtbar unordentlich im Wohnmobil. Wir haben uns nach dem Urlaub Kisten von IKEA für unsere Kleidung besorgt. Mal sehen, ob das besser wird.
  • Außerdem brauchen wir auch noch ein paar zusätzliche Regalbretter im Schrank, damit unsere Schuhe nicht mehr im Gang rumfliegen.
  • Unsere ganze Planung werden wir auch umstellen: Weg von einer richtigen Planung, hin zu einer Vorbereitung. Wir haben uns für die zweite Tour bewusst nur eine Region ausgesucht und dann (Internet sei Dank) eine Liste mit Ausflugszielen, Öffnungszeiten, Preisen etc. geschrieben.
  • Zu guter letzt: Die Technik im Wohnmobil braucht noch einen ordentlichen Schuss Liebe!

„Schwester, den Defibrillator!“

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In den vorherigen Blogposts (hier und hier) hatte ich ja schon erzählt, wie wir zu unserem Wohnmobil gekommen sind. Endlich stand es also umgemeldet vor unserer Tür und wartete darauf, dass wir es aufmöbeln und für unsere Zwecke herrichten würden. Beim ersten Rundgang spürten wir auch gleich das Kribbeln: Das war unsere fahrbare Ferienwohnung, mit der wir von jetzt an Urlaub machen würden! Wann und wo wir wollten, so wie wir wollten! Einfach nur geil!

Außerdem haben wir bei dem Rundgang auch gleich zwei 240l-Säcke Müll und die Matratzen entsorgt. Danach waren wir wieder geerdet. 🙄

Der nächste Schritt war dann, die extrem nervige und absolut nutzlose Alarmanlage / Wegfahrsperre auszubauen. Kaum hatte ich das Armaturenbrett abgenommen, traf mich der Schlag: Da hing ein riesiger Wust an Kabeln hinter der Verkleidung, die alle nach derselben Methode zusammengefrickelt waren – Schlechte Lötstelle und dann notdürftig Isolierband drumgetüddelt!

Würg.

Insgesamt hat mich das zwei halbe Tage Arbeit gekostet. Der Lohn waren 20 Kilo Kabel (ich hab extra den Müllsack gewogen!), die ich in einem sagenhaften Deal kostenlos zusamnen mit dem restlichen Müll und den Matratzen unserem Recyclinghof angedreht habe 😉

Weiter ging es mit den undichten Fenstern: Bei denen konnten wir den inneren Rahmen (mit Jalousie und Insektengitter) einfach abschrauben und sie dann vorsichtig nach außen heraus drücken. Die Dichtmasse haben wir sorgfältig mit Spachteln und Lösungsmittel entfernt und die Fenster einfach mit neuer Dichtmasse wieder eingesetzt. Jetzt nur noch den Innenrahmen wieder festschrauben und vóila: Dichte Fenster.

Die Innenrahmen haben wir bei der Gelegenheit natürlich gesäubert und die kaputten Jalousien gegen neue getauscht. Den Farbton der „richtigen“ Austauschrollos fanden wir zum kotzen nicht optimal, deswegen haben wir mal wieder unsere kreative Ader bemüht: Wir haben von IKEA-Verdunklungsrollos den Stoff abgeschnitten und mit unserer Billig-Nähmaschine vom Aldi und einem passenden Fuß die Keder aus den alten Wohnmobil-Jalousien eingenäht. Fertig waren die neuen Rollos. Dank „Studio Osterhenne“ auf youtube hab ich danach auch die Mechanik wieder richtig zusammengesetzt bekommen. Unbekannterweise, vielen Dank an diesen Youtube-Kanal! Dort gibts übrigens auch noch nen Haufen andere Anleitung zum Reparieren und Restaurieren von alten Wohnmobilen.

Die Fahrertür und die Stauklappen haben wir erstmal provisorisch abgedichtet, da gehen wir nächsten Sommer nochmal ran.

Weiter im Text: Die Aufbaubatterien habe ich durch neue Bleibatterien ersetzt und die Verkabelung der Batterien ließ sich mit ein paar billigen Werkzeugen (Amazon, ich will ein Kind von Dir!) und Material auch vernünftig selbst neu machen. Die Scheinwerfer und Heckleuchten ließen sich mit ein bißchen Liebe und reichlich WD40 auch nochmal zu neuem Leben erwecken

Die Polster haben wir fürs erste mit Decken abgedeckt, früher oder später werden wir wieder die Nähmaschine rauskramen und neue Bezüge nähen. Alles in allem haben die Reparaturen etwa eine Woche gedauert. Danach mussten wir nur nochmal putzen und konnten dann mit der Beladung anfangen. Wir haben fürs erste nur eine kleine Küchenaustattung mitgenommen, alle Teile zusammen haben bei IKEA weniger als 50€ gekostet. Aus meiner Kellerwerkstatt hab ich mir einen Einkaufskorb mit etwas Werkzeug zusammengestellt und in die Heckgarage gelegt. Dazu kam dann noch

  • Ein Kanister Motoröl
  • Ein Kanister Scheibenflutschi
  • Ein Wasserschlauch mit diversen Gardena-Adaptern (geht einfach mal in den Baumarkt und sagt zum Verkäufer: „Ich hab nen Problem im Garten und bräuchte da so nen Adapter von Gardena auf Bagger-Hydraulik“. Die Reaktion ist unbezahlbar.)
  • Eine Kabeltrommel für Campingplatz-Anschlüsse
  • Ein Adapter von dem Camping-Anschluss auf eine normale Steckdose.

Da es schon Dezember war, haben wir uns die Klappstühle und den Sonnenschirm gespart und sind über Weihnachten gleich mal los gefahren. Mehr dazu im nächsten Artikel!

Was solls denn sein? Wie wir ein bezahlbares Wohnmobil gefunden haben

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Im letzten Post hatte ich ja beschrieben, wie wir auf die Idee kamen, uns ein Wohnmobil anzuschaffen. Das wollten wir jetzt natürlich auch in die Tat umsetzen. Unsere Idee dabei blieb die „fahrende Ferienwohnung“. Schnell lernten wir, dass das Zauberwort hier wohl „autark“ sein würde: Das Wohnmobil sollte unabhängig von Stell- und Campingplätzen sein, denn wir wollten ja Roadtrips und Familienabenteuer und nicht Gelsenkirchener Camperbarock mit Gartenzwergen und Block… Verzeihung, Platzwart.

Gehts auch eine Nummer größer?

Deshalb hab ich mich zuerst sogar eine Nummer größer umgeschaut und mich mit Wohnbussen beschäftigt, also alten Bussen oder LKW, die von Bastlern in oft jahrelanger Arbeit zu Riesenwohnmobilen umgebaut werden. Geiler Scheiß:

  • Wir wollen das ganze Jahr über in den Urlaub fahren, nicht nur im Sommer. Ein Wohnbus hätte so viel Grundfläche wie ein kleines Apartment, da könnte man bei schlechtem Wetter auch mal den Tag drin verbringen.
  • Die Technik von Reisebussen ist nahezu unkaputtbar. Laufleistung von 1.000.000km (Ja, eine Million!) sind eher die Regel als die Ausnahme.
  • Man hätte genug Gewichtsreserve für etliche hundert Liter Frisch- und Abwasser, riesige Batteriebänke, einen Generator… Es gibt sogar Wohnbusse mit richtiger Badewanne!

Warum wir uns gegen einen Wohnbus entschieden haben

Aber auch wenn die Idee im ersten Moment verlockend klingt, hat sie doch auch einige handfeste Nachteile:

  • Wie bereits geschrieben, muss man entweder sehr viel Geld (guter Witz) oder sehr viel Zeit mitbringen, bis so ein Wohnbus umgebaut ist. Wir wollten aber höchstens 2-3 Wochen Arbeit investieren und dann losfahren.
  • Jedes Wohnmobil ist immer ein Kompromiss aus Komfort und Beweglichkeit. Mit einem kleinen Kastenwagen kommt man fast überall hin, hat aber recht wenig Komfort. Wohnbusse sind genau das andere Extrem: Sehr komfortabel, aber auch sehr unbeweglich. Enge Einfahrten von Stellplätzen, enge Gassen in Südeuropa, niedrige Brücken etc. würden jedes Mal zur Herausforderung und einige Strecken würden für uns komplett unpassierbar.
  • Ein Wohnbus ist auch bei den laufenden Kosten extrem. Einen Campervan, also einen Kastenwagen, kann man bei ca. 10l/100km bewegen. Ein Wohnmobil mit Alkoven liegt grob im Bereich von 12-14l/100km. Ein Wohnbus schluckt gern das Doppelte: 25-30l/100km. Dazu kommen hohe Preise für Maut, Fähren, etc. Nicht zu vergessen ist auch die Wartung und etwaige Reparaturen eines Busses, die sehr viel teurer sind als bei einem kleineren Fahrzeug.

Was wollen wir denn nun?

Also, ein Wohnbus sollte es nicht werden. Trotzdem brauchten wir (getreu unserem Ziel „fahrende Ferienwohnung“) ein relativ großes Mobil für 4 Personen und einen großen Hund, wollten eine Toilette, Dusche und ganz wichtig: Feste Betten für jeden Mitfahrer. Das Auf- und Abbauchaos beim Umbau der Sitzgruppe in ein Bett hatte ich als Kind im Wohnwagen meiner Eltern oft genug mitgemacht, das wollte ich auf keinen Fall. Außerdem sollte das Wohnmobil wintertauglich sein. Es gab also folgende Optionen:

  • Kastenwagen: Ein Kleintransporter (zB ein Mercedes Sprinter) mit Wohnausbau. Meistens nur 2 Schlafplätze. Sehr wendig und unauffällig, aber für uns viel zu klein
  • Alkoven: Das sind die „klassischen“ Wohnmobile mit dem Buckel über dem Fahrerhaus. Gibts mit 2-4 Festbetten je nach Größe. Kam für uns in Frage.
  • Teilintegriertes Wohnmobil: Anstatt des Buckels gibt es nur eine Art Keil über dem Fahrerhaus. Meistens nur 2 Festbetten, für uns zu klein.
  • Vollintegriertes Wohnmobil: Quasi die „Königsklasse“. Motor und Fahrgestell kommen von einem Transporter, aber der ganze Aufbau ist vom Wohnmobilhersteller. Tolles Raumgefühl, weil das Cockpit quasi mit zum Wohnbereich gehört. Meistens 2-4 Festbetten, häufig mit Hubbett (also ein Bett mit einer richtigen Matratze und Lattenrost, das man nicht umbauen, sondern nur nachts an einem Gestell von der Decke runter ziehen muss), kam für uns in Frage.

Die Suche

Natürlich haben wir die diversen Internetportale (mobile.de, autoscout, ebay Kleinanzeigen und diverse andere) abgeklappert. Wohnmobile gab es zuhauf, aber brauchbare Mobile zu einem vernünftigen Preis – ganz andere Geschichte. Zwei Wohnmobile haben wir dann trotzdem angeschaut. Das Eine stellte sich bei der Besichtigung als deutlich zu klein heraus, das andere war zwar groß genug, roch aber seltsam und war viel zu laut beim Fahren. Beide Male war uns schon auf der Heimfahrt klar: Das ist es nicht.

Der nächste Kandidat war eine interessante Geschichte: Gefunden bei mobile.de, inseriert als Angebot aus Deutschland, ein Alkoven-Wohnmobil mit sehr guter Ausstattung zu einem sehr niedrigen Preis. Jetzt der Plot Twist: Als ich mit der (angeblichen) Besitzerin per Whatsapp Kontakt aufnahm, teilte sie mir mit, das Wohnmobil stünde in Italien, sie würde es aber für eine Besichtigung nach Deutschland überführen. Mich juckte bei der ganzen Story mein Bullshit-Sensor, also mal wieder kurze Internetrecherche: Eine bekannte Betrugsmasche. Wenn man sich auf eine Besichtigung einigt, labern die angeblichen Verkäufer einem mit ner weinerlichen Geschichte nen Knopf ans Ohr, kassieren irgendeine Art von „Anzahlung“ und verschwinden dann auf Nimmerwiedersehen. Alles klar. Kurzer Hinweis an die Polizei („Danke für den Hinweis“), und weiter gings mit der Suche.

Schließlich kam uns der Zufall zur Hilfe: Ein guter Freund hatte bei Facebook ein Wohnmobil-Angebot entdeckt: Ein vollintegriertes Wohnmobil, zulässiges Gesamtgewicht 4 Tonnen (also genug Zuladung für einen Urlaub mit der Familie), Tandem-Achse am Heck (weniger Schwanken bei Wind), 7,30m lang, großes Doppelbett im Heck, Hubbett über den Fahrersitzen, Bad und separate Dusche, doppelter Boden (wärmer beim Wintercamping), ausreichend große Sitzgruppe. Ich schaute es mir an und war sehr zufrieden, kam ein paar Tage später mit Andrea zurück und wir haben es gekauft.

Einfach so 😉

Hier mal ein paar Bilder, die bei der ersten Besichtigung entstanden sind:

Der Preis war günstig, dafür hatte das gute Stück allerdings auch ein paar Baustellen:

  • Die Reifen waren 15 Jahre alt, die mussten „demnächst mal“ gewechselt werden.
  • Die Elektrik war ziemlich verbastelt. Frontscheinwerfer, Heckleuchten, der Tempomat und die Verkabelung der Aufbaubatterien brauchten irgendwas zwischen Schönheitskur und Wiederbelebung, außerdem war noch so eine lächerliche Alarmanlage / Wegfahrsperre eingebaut, die nicht mal mich aufgehalten hätte. Raus damit.
  • Die Aufbaubatterien waren total hinüber und mussten getauscht werden.
  • Polster und Möbel brauchten eine Auffrischung.
  • Die Fahrertür, drei Fenster und ein paar Klappen am Aufbau waren nicht richtig dicht und mussten überholt werden
  • Die Jalousien im Aufbau mussten erneuert werden.

Wir fuhren nach Hause und machten uns ein paar Tage später an die Arbeit.